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Kräuterseitling - Pleurotus eryngii

eryngii

Gebräuchliche Namen : Kräuterseitling , Königs-Auster , King Oyster (Engl.)

Vorkommen : Wärmebegünstigte Regionen Europas , Nordafrika u. Zentralasien .
Entgegen den anderen Arten der Seitlinge die typische Holzbewohner sind , scheint der Kräuterseitling direkt aus der Erde zu wachsen , er parasitiert aber  an den Wurzeln eines Doldenblüters , des Feld-Mannstreu (Eryngium campestre).
Es gibt noch zwei weitere Arten/ Varietäten die sich durch ihre Wirtspflanzen u. Aussehen unterscheiden lassen , Pleurotus ferulae ,Wirtspflanze ist hier der Riesenfenchel (Ferula communis) und Pleurotus nebrodensis , dass an Laserkraut (Laserpitum latifolium) schmarotzt.
Beide Arten/Varietäten werden ebenfalls , wenn auch nur in geringeren Umfang kultiviert.

Aussehen : Kräftiger Pilz  , einzeln aber meist büschelig wachsend .Hut graubraun bis ockerfarben , oft schwarz gesprenkelt , Hutränder bei jungen Exemplaren eingerollt , später waagrecht bis trichterförmig aufschirmend , Lamellen weiß , im Alter mit gelblich-orangen Tönen , den Stiel weit herab laufend . Stiel kräftig u. festfleischig , meist zentral angesetzt , zur Basis hin verdickend , weiß-cremefarben . Sporenfarbe weiß.

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Anbau : Der Kräuterseitling erobert zunehmend den europäischen Markt u. ist schon häufig im Sortiment großer Supermarktketten zu finden . Die ansprechenden Fruchtkörper sind festfleischig , Hut und Stiel können gleichermaßen in der Küche verwendet werden , besitzen eine angenehme Konsistenz/Textur bei zarten Geschmack .
Ein weiteres wichtiges Kriterium , nämlich die Lagerfähigkeit , wird ebenfalls mit Bravour erfüllt , gekühlt bleiben die Pilze bis zu 10 Tagen frisch unter Beibehaltung ihrer Optik , erfreulich für Produzenten u. Konsumenten.

Die ersten Kulturverfahren wurden in Japan entwickelt , gemeinsam mit Südkorea gehören beide Länder zu den größten Produzenten weltweit.
Während in Europa der Kräuterseitlingsanbau überwiegend auf Substratblöcken betrieben wird , hat sich in den asiatischen Ländern die sogenannte „Flaschenzucht“ durchgesetzt , ursprünglich in Japan entwickelt findet diese Technik auch bei vielen anderen Speisepilzen wie z.B. Nameko , Igelstachelbart , Enoki , Austernpilze etc. ihre Anwendung .
Dieses System läuft weitgehend maschinell ab , ist in hohen Maße rationell u. der Standard in Japan u. Korea !


Als Substrat dienen in Europa u. Asien weitgehend Sägemehle div. Laubhölzer, aber auch gut abgelagerte Nadelhölzer , aufgewertet wird mit Zuschlagstoffen wie Weizen-Reiskleie , Maisschrot , Zuckerrübenpellets etc. , mit anschließender Sterilisation.
Die richtige Substratzusammensetzung ist ein wesentliches Faktor für die erfolgreiche Zucht des Kräuterseitlings u. meist Betriebsgeheimnis , insgesamt benötigt die Kultivierung Erfahrung und einiges an Fingerspitzengefühl.


Beide Kulturverfahren arbeiten mit ähnlichen Parametern , für die Fruchtkörperbildung werden Temperaturen um die 14-16°C benötigt bei einer Luftfeuchte von ~ 90% , die weitere Kulturführung ist dann entscheidend für die Wuchsform der Pilze. Markantes Beispiel dafür ist das typische Erscheinungsbild in Asien gezüchteter Pilze , überproportional entwickelte Stiele mit kleinem Hut u. nahezu uniformes Aussehen .
Dies erreicht der Züchter indem er gezielt Faktoren wie Licht und CO2-Gehalt der Luft beeinflusst , auch das sogenannte „Trimmen“ wird angewandt , dazu entfernt man mit einem Messer alle kleinen Pilze die sich gebildet haben , es bleiben nur 3-4 der größten Pilze stehen die nun unbehindert weiter wachsen dürfen.


Geerntet werden die Pilze mit den Substratresten an den Stielen , dies erhöht  nochmals die Lagerdauer u. werden erst unmittelbar vor der Verpackung entfernt.
Erwähnenswert ist noch , dass bei der Flaschenkultivierung lediglich eine Ernte erfolgt , anschließend die Kulturräume bereits mit neuen Flaschen bestückt werden , bei Substratblöcken wartet man hingegen die zweite Erntewelle ab bevor diese entsorgt werden.
Auch bei nur einer Erntewelle ist das Flaschesystem im Vergleich zu konventionellen Blöcken wesentlich effizienter u. bringt höhere Erträge .

Insgesamt hat der Kräuterseitling ein großes Potential in der Pilzzucht , es bleibt abzuwarten ob sich die Flaschenkultivierung auch in Europa durchsetzen wird.