Südlicher Schüppling auch Südl. Ackerling - Agrocybe aegerita = Agrocybe cylindracea

pio

Gebräuchliche Namen : Samthäubchen o. Samthaube ,  Pioppino (Ital) , Black Poplar Mushroom (Engl.) , Yanagi-Matsutake (Jap.)

Vorkommen : Kosmopolit , in wärmebegünstigten Regionen Europas – Amerika und Asien , siedelt bevorzugt an Pappelholz u. anderen Weichhölzern .

Aussehen : Jung mit dunkelbraunen samtartigen Hut , später heller werdend , von ockerfarben bis hell/gelbbraun , häutiger Ring , Stiel leicht fasrig , Sporenfarbe zimtbraun-braun .Mittelgroßer Pilz 7-12cm , Hutdurchmesser 3-7cm - im Alter Hutoberfläche oft runzelig/gefurcht , büscheliges Wachstum !

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Anbau : Bislang wird dieser delikate Pilz in Europa nur vereinzelt kultiviert u. ist bei Konsumenten noch weitgehend unbekannt…leider zu unrecht , denn gegenüber dem geschmacklich weit überschätzten Kräuterseitling bietet der Pioppino ein angenehm zartes Waldpilzaroma u. auch die Kultivierung gestaltet sich recht unproblematisch !

In Italien erfolgt der Anbau meist auf größeren Substratblöcken bestehend aus fermentierten Stroh aber auch div. aufgewertete Sägemehlsubstrate eignen sich für die Zucht , dabei sollte das Substrat nicht zu nährstoffreich sein , eine simple Buchenmehl – Weizenkleiemischung 70:30 funktioniert ausgezeichnet !

Eigene Versuche haben gezeigt , dass auch eine Kultivierung auf Nadelholz (Fichte) möglich ist , Eiche scheint sich dagegen weniger zu eignen !

Für den Hobbyzüchter empfiehlt sich auch der klassische Anbau auf Holzstämmen im Garten , dieser ist einfach u. kommt auch ohne aufwendige Sterilisation eines Substrates aus .

Auch die Kultivierung nach der japanischen „Flaschenzuchtmethode“ ist möglich u. verlief sehr erfolgversprechend !

Details zur Kultivierung : Obwohl der Südl. Schüppling zu den eher Wärme liebenden Arten gezählt wird fruchtet er in einem weiten Temperaturspektrum von 16 – 22°C , so habe ich den Pioppino erfolgreich gemeinsam mit Kräuterseitlingen bei etwa 16°C kultiviert , wichtig ist ausreichende Luftfeuchtigkeit (~90%) während der Primordienbildung sowie Licht und ausreichend Frischluft ( Generell ist der Pioppino aber weit toleranter gegenüber höheren CO2-Werten bei denen Austernpilze z.B. schon Wachstumsanomalien zeigen würden)  !

Bis zu drei Erntewellen sind möglich , wobei die 3. Welle nur mehr bescheidene Erträge liefert , die Pilze sind nur leicht mit dem Substrat verwachsen u. lassen sich sehr leicht ernten , noch ein wichtiger Fakt zur Ernte , Pioppinos sind ausgesprochene „Starksporer“ , wer unschöne Sporenablagerungen auf den Hüten u. im Ernteraum vermeiden möchte , der muss unbedingt rechtzeitig abernten , optimaler Zeitpunkt ist kurz nach dem Aufplatzen des Velum u. die Hüte beginnen sich aufzuschirmen !