Schopftintling - Coprinus comatus

schopf

Gebräuchliche Namen : Schopfschwamm , Spargelpilz , Schutthaufenpilz , Natterschwamm , Shaggy Mane (Engl.) , Escumelle – Grand coprin (Franz.)

Vorkommen :
Weltweite Verbreitung - Wiesen , Wegränder , Weideflächen , gerne auf schweren gedüngten Böden , meist im Spätsommer-Herbst bei eher gemäßigten Temperaturen.


Aussehen : Durch sein charakteristisches Aussehen besteht kaum eine Verwechslungsgefahr !
Hut  weiß – porzellanfarben mit sparrig abstehenden Schuppen , Hutscheitel meist mit glatten , braunen Käppchen . Langgestreckt , walzenförmig (Spargelpilz – Name !) , im Alter glockenförmig aufschirmend und von den Huträndern her zu einer schwarzen , tintenähnlichen Masse zerfließend . Lamellen erst weiß über zartrosa u. im Alter schwarz auflösend. Stiel weiß u. langgestreckt , bis 20cm , mit flüchtigen Ring , an der Stielbasis verdickt. Sporenfarbe schwarz.


Bemerkung : Der weit verbreiteten Auffassung  , der Schopftintling würde seine Sporen ausschließlich in Form zäher Tinte abgeben muss widersprochen werden , mit Beginn der Autolyse (Selbstzersetzung) werden auch unzählige Sporen an die Luft abgegeben , dazu die Aufnahme einer fruchtenden Kultur die in einer Badewanne gelagert wurde . Gut zu erkennen , dass selbst in geschützten Innenräumen ohne große Luftbewegung eine weitläufige Sporenverbreitung möglich ist.

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Anbau :
Eigentlich würde der Schopftintling alle Vorraussetzungen bieten , die man von einem guten Zuchtpilz erwartet , die Kultivierung gestaltet sich relativ unkompliziert bei guten Erträgen u. auch in Sachen Geschmack hat dieser Pilz einiges zu bieten , er gilt als ausgezeichneter Speisepilz. Noch eine Eigenschaft macht den Pilz interessant , sein Verzehr bewirkt eine deutliche Senkung des Blutzuckerspiegels , eine ideale Nahrungsergänzung insbesondere für Diabetiker , umfangreiche Untersuchungen haben dies gesichert bestätigt !

Warum sich der Schopftintling dennoch nicht in der kommerziellen Zucht durchsetzten konnte liegt an seiner extrem kurzen Lagerdauer  , junge geerntete Pilze sind max. 2-3 Tage bei guter Kühlung haltbar , zusätzliches Handicap für den Züchter ist die erhöhte Aufmerksamkeit bei der Ernte , es existiert nur ein Zeitfenster  von wenigen Stunden , die zwischen einem marktfähigen Jungpilz u. einer tintenartigen Masse entscheiden .

Als klassisches Substrat für einen „Kompostpilz“ – Sekundärzersetzer dient Champignonkompost , dass nach durchwachsen wie beim Champignonanbau mit einer Deckerde versehen wird , eigene Versuche mit aufwerteten Sägemehl/Kräterseitlingssubstrat brachten ebenfalls gute Erträge u. sind eine brauchbare Alternative falls kein Kompost bezogen werden kann .