Riesenträuschling o. Braunkappe - Stropharia rugoso-annulata

kappe 

Gebräuchliche Namen : Kulturträuschling ,  Riesenträuschling , Braunkappe , Gartenriese , Winnetou , Gelbschopf , King Stropharia – Garden Giant – Wine Cap (Engl.)

Vorkommen : In klimatisch gemäßigten Zonen , Funde gibt es aus Europa , Nordamerika , Japan . Wächst gerne auf organischen Abfällen wie Strohmieten u. Hackholzschnitzeln , meist im Frühjahr und Herbst.

Aussehen : Hutfarbe rotbraun bis gelblich , jungen Exemplare oft weißbeflockt und Hutränder mit auffällig gezackten Ring , Lamellen eng stehend , grau-violett . Stiel kräftig zur Basis hin verdickend , weißbräunlich mit häutigen Ring , im Alter oft abfallend. Sporen purpurbraun .
Der Riesenträuschling macht seinem Name alle Ehre , Stückgewichte von über einen Kilo bei einem Hutdurchmesser bis 25cm sind keine Seltenheit.

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Anbau : Obwohl der Riesenträuschling auch in den traditionellen asiatischen Pilzanbauländern vorkommt ist eine Kultivierung dort weitgehend unbekannt bzw. wird nicht betrieben , man kann mit Recht von einem echten europäischen Zuchtpilz sprechen , die ersten Kultivierungsverfahren wurden in der ehemaligen DDR entwickelt .

Dort wuchsen aus den alten , abgetragen Stroh u. Erdresten alter Kartoffelmieten immer wieder zahlreiche Pilze die als Riesenträuschling identifiziert wurden , die erste Methode besteht in der Anlage von Bodenbeeten o.. Frühbeetkästen , dazu wird gut gewässertes Stroh etwa 20cm hoch geschichtet u. mit Substratbrut beimpft , zum Schutz vor Austrocknung deckt man Bodenbeete mit gelochter Folie ab bzw. der Frühbeetkasten bis auf einen schmalen Spalt geschlossen.

Abhängig von Temperatur u. verwendeter Brutmenge dauert es rund einen Monat bis das Myzel das Substrat besiedelt u. die Beetoberfläche erreicht , in diesen Stadium wird das Beet etwa 5cm hoch mit einer Mischung aus Gartenerde u. Torf abgedeckt u. für eine ausreichende Frischluftzufuhr gesorgt. Die ersten Pilze erscheinen meist einen Monat nach dem Abdecken in mehreren Erntewellen bei günstigen Bedingungen bis in den Herbst – Beetanlage im Frühjahr vorausgesetzt .

Eine Weiterentwicklung der Technik  besteht in der Verwendung hochdruckgepresster Strohballen , diese werden ebenfalls mittels Beregnung o. tauchen in Wasser befeuchtet , nach abtropfen des überschüssigen Wasser sticht man mit einem Pflanzholz etwa 10-15 Löcher bis zur Ballenmitte , beimpft mit etwa nussgroßen Substratbrutstücken und verschließt die Löcher wieder.
Die beimpften Ballen werden danach im Freien an einem geschützten , schattigen Platz aufgestellt u. sollten immer leicht feucht gehalten werden , 2-3 Monate später sind die Ballen mit Myzel durchsponnen u. die ersten Pilze schieben sich scheinbar über Nacht durch das Stroh , es entwickelt sich ein starkes Bodenmyzel über das sich der Pilz mit zusätzlichen Nährstoffen u. Feuchtigkeit versorgt , mitunter erscheinen die Pilze unmittelbar neben den Ballen direkt aus dem Erdreich. Wie bei der Beetkultur sind mehrere Erntewellen möglich ,

Obwohl diese Technik bereits eine Verbesserung zu den Bodenbeeten darstellte , man benötigte keine Deckerde mehr , haben sich beide Verfahren nicht in der kommerziellen Pilzzucht durchsetzen können .Es gab zwar Anstrengungen engagierter Züchter mit größeren Strohballenkulturen , aber ein stark schwankender Ertrag von 3-10kg/Ballen und das ungünstige Handling der bis zu 40-50kg schweren Strohballen , Nachteile bei der Kultivierung im Freien , machten eine profitable Zucht nahezu unmöglich.

Im Hobbyanbau erfreut sich dieser Pilz dank seiner einfachen Kultivierung aber nach wie vor größter Beliebtheit .