Morchella...

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6 Jahre 2 Wochen her #8202 von Floo
Floo antwortete auf Morchella...
Sag mal Gerhard hast du eigentlich ne Ahnung welche Spezies auf den gezeigten Bildern wächst? Hab mich vor Jahren mal informiert drüber und meine mich zu erinnern, dass die Spezies nur mit M. conica (bzw. irgend nem anderen Synonym für die Spitzmorchel) angegeben war und was ich weiß gibt es in diesem Artkomplex in den USA nochmal einige sp. und ssp. mehr als in Europa die unter "black morrel" zusammengefasst werden und auch erst die letzten Jahre durch DNA-Analysen in die verschiedenen Arten unterteilt wurden.

Wenn sich die Artangabe wie ich vermute auf "M. conica s.l." bezieht könnte es sich natürlich auch um eine Art handeln die in Europa gar nicht erst heimisch ist.

Aber war nur mal so ne Idee... von jemandem der sich grade etwas zu viel mit der Taxonomie der Ascomycota auseinandersetzt.

Beste Grüße

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6 Jahre 2 Wochen her #8203 von Sporulator
Sporulator antwortete auf Morchella...
Hallo Floo

Ja die Morchel-Taxonomie ist ein Irrgarten. :)

Die Morcheln auf den Fotos wurden als Morchella rufobrunnea identifiziert. Diese Art wächst meistens auf Rindenmulch und Holzschnitzeln.

Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass alle Morchel-Arten die auf Rindenmulch zu finden sind saprobiontisch wachsen und keine
Mykorrhiza-Pilze sind und es somit theoretisch möglich ist sie zu kultivieren.

Im Zusammenhang mit den DNA-Analysen der vergangenen Jahre hat sich auch gezeigt, dass der Übergang zwischen den verschiedenen Morchel-Arten
sehr fliessend ist und sie sich genetisch oft nur minim unterscheiden, obwohl sie makroskopisch völlig unterschiedlich aussehen.
Es scheint, dass die Evolution bei den Morcheln fleissig am Experimentieren ist und ständig neue Arten hervorbringt.


Hier nochmals ein Foto aus den USA. Auf der Oberfläche des Substrats bilden sich zuerst unzählige Primordien,
von denen dann natürlich nur eine begrenzte Anzahl ausreift.





Gruß
Gerhard
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6 Jahre 2 Wochen her #8204 von Floo
Floo antwortete auf Morchella...
Danke für die Info!

Ich bin mir auch recht sicher, dass die gesamten "Mulchmorcheln" grundsätzlich kultivierbar sind, allerdings bin ich auch mindestens genauso sicher, dass gerade bei derart komplizierten Arten schon eine recht geringe genetische Anpassung eine deutliche andere Fruchtungsstrategie erfordern kann.

Schon bei vergleichsweise einfachen Arten scheinen sich teilweise die Fruchtungsparameter von Stamm zu Stamm extrem zu unterscheiden.

Ich habe dieses Jahr einige neue Stockschwämmchen Wildgenetiken durchgetestet und bin letztens sehr verwundert gewesen als ich endlich rausgefunden habe warum zwei der am stärksten wachsenden Stämme noch keinen Erfolg gebracht haben. Scheinbar brauchen sie andere Lichtfarben um Primoriden zu bilden!

Bisher war meine Erfahrung, dass K. mutabilis relativ kaltes Licht braucht um zu fruchten.
Bei 3000K hatte ich nur vereinzelte kleine Fruchtungen, ab 4000K bilden sich schon halbwegs anständige Erntemengen und bei 6500K bekomme ich eine Primoridenmatte die 50% und mehr der Oberfläche bedeckt.
Bei den beiden angesprochenen Stämmen scheint es umgekehrt zu sein. Nach 6 Wochen hatte ich noch keine Fruchtung bei 6500K. Um Platz zu schaffen habe ich einige Säcke aus meinem großen Fruchtungsraum in einer kleinen Versuchskammer zwischengelagert die gerade nur mit einer billigen Warm White LSR (2800K) beleuchtet war und innerhalb von 3 Tagen hatte ich massenweise Primos auf allen Substraten, die im Fruchtungsraum verbliebenen haben jedoch weiterhin keine Lebenszeichen von sich gegeben (Temp., CO2 und RLF sind gleich)

Beste Grüße
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6 Jahre 2 Wochen her #8205 von Sporulator
Sporulator antwortete auf Morchella...
Danke für die Informationen!

Sehr interessant, bis jetzt bin ich immer davon ausgegangen, dass (gemäss wissenschaftlicher Literatur) vor allem Licht
im blauen und ultravioletten Bereich die Fruktifikation auslöst.

Faszinierend finde ich es auch, dass offensichtlich elektrische Ströme einen markanten Einfluss auf den Ertrag haben können.
In einem Experiment mit Sparassis cripsa wurde der Ertrag um bis zu 81% gesteigert, in dem man das fertig durchwachsene Substrat
kurzen Hochspannungsimpulsen von bis zu 170 Kilovolt aussetzte, natürlich bei gleichzeitig minimaler Stromstärke.

file.scirp.org/pdf/AiM_2014042411574799.pdf
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6 Jahre 1 Woche her - 6 Jahre 1 Woche her #8206 von norm
norm antwortete auf Morchella...
Deprecated: preg_match(): Passing null to parameter #2 ($subject) of type string is deprecated in /home/.sites/339/site89/web/Forum/libraries/kunena/External/Nbbc/src/BBCode.php on line 1939 es soll wohl in der türkei einen türken geben der macht das schon seit jahren im gewächshaus zwei ernten pro jahr wohl hatt mir mein türkischer freund gesagt was für ne art morchel es ist kein plan,frag nochmal nach der soll mir mal das alles übersetzen.sieht irgendwie nach speise morchel aus.
Letzte Änderung: 6 Jahre 1 Woche her von norm.

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6 Jahre 1 Woche her - 6 Jahre 1 Woche her #8207 von Sporulator
Sporulator antwortete auf Morchella...
Die Chinesen machen das auch. Sie kultivieren die Morcheln in Beeten in Gewächshäusern und können ein bis zwei mal ernten im Jahr.








Der grosse Unterschied besteht darin, dass die Leute in den USA an 365 Tagen im Jahr ernten können, unabhängig von Jahreszeit
und Aussentemperatur, wohingegen die Chinesen und vermutlich auch der Türke nur im Frühjahr und vielleicht noch im Herbst ernten können,
weil es eben keine wirklichen Indoor-Kulturen sind.

Heute Vormittag habe ich in einem Feinkostgeschäft die ersten gezüchteten Morcheln dieses Jahres aus China gesehen.
Es waren sehr schöne Exemplare von Morchella importuna. Bin gerade am überlegen, ob ich mir morgen welche kaufen soll um sie zu klonen.
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