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THEMA: Fremdbefall auf Stämmen

Fremdbefall auf Stämmen 03 Dez 2013 09:06 #1909

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Hallo Walter!

Zu allererst: Vielen Dank für dieses schöne Forum, das ich viel zu spät entdeckt hab! :)

Mein Problem gleich zum Einstieg betrifft meine Stammzucht. Ich weiß nicht wie viel Erfahrung du selbst mit Stämmen hast, ich wende mich einfach mal hilfesuchend an euch!


Zur Vorgeschichte:

In den Saisonen '11 und '12 wurde bei mir je ca. 1 m3 Eiche den allgemeinen Arbeitsempfehlungen entsprechend mit Shii beimpft und einige Pappeln/Buchen mit Sommerauster, was wunderbar und ohne Fremdbefall geklappt hat. Besser gehts kaum. :)

In diesem Jahr waren es nun einige Raummeter Buchenholz/Rosskastanie/Pappe/Birke/Rüster/Hasel. Darunter Knüppel für den Shii und dicke Stämme für Nameko, Stockies, Austern, Enoki.


Leider musste ich gerade in den letzen Wochen feststellen, dass sich ein aggressiver Konkurrent auf vielen Hölzern (egal welcher Holzart) in rasender Geschwindigkeit breit macht.
Erscheinungsbild ist immer das gleiche:

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Anfänglich rötlich-schwarze langgestreckte, wurzelförmige Strukturen. Später kommt dünnes schaumiges Mycel dazu, das sich in Geruch und Erscheinung deutlich von allen Zuchtpilzenmycelien unterscheidet. Schließlich entstehen massenhaft knopfförmige (wahrscheinlich Fk) Ansätze (auch auf den Bildern deutlich zu sehen!).

Dabei bin ich überzeugt, dass der Eindringling nicht von Anfang an die Stämme besiedelt hat, da sich über Monate Mycelinseln meiner Pilze ungestört ausbilden konnten. Die befallenen Stämme kommen darüber hinaus noch von unterschiedlichen Quellen.

Auf einigen Pappelhölzern erscheinen nun eindeutige Fk des Spaltblättlings. :unsure:


Meine Fragen:

- Kennt man das Phänomen? Ist mit Totalausfällen zu rechnen?

- Kann man mir unfangreichere amerikanische Literatur (ala GGMM) empfehlen die ausschließlich die Stammzucht behandelt.


Bin wirklich dankbar für all eure Antworten!


Herzliche Grüße Christian
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 09:11 von Hasenbovist.
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Aw: Fremdbefall auf Stämmen 03 Dez 2013 10:01 #1910

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Hallo Christian
Herzlich Willkommen!
Vorweg ich mache schon lange nichts mehr auf Holzstämmen, weil es für mich einfach nicht die Erfüllung war. Ürsprünglich Dachte ich mal an eine natürliche Generhaltung nur bei einigen Arten gab es schon keine Fruchtung (Rosa Seitling).
Zu deinen Problem habe ich nur eine Vermutung und die ist du hast deine Stämme zu dicht verpackt. Jedenfalls sieht es auf den Fotos aus als ob sie mit Frischhaltefolie umwickelt sind. Staunässe und Sauerstoffentzug sind wohl die folge und wahrscheinlich auch der Grund für den Fremdbefall.
Ich hatte die Stammstücke paarweise locker in große Müllbeutel gestan und so bald an den Schnittstellen diese schöne Camenbert Verfärbung auftrat aufgestellt.
Literatur kann ich dir keine Tipps geben aber schau doch mal hier www.hbwev.emenue.net/pilzzucht.php vielleicht läßt da sich was raus lesen.

Es wäre sehr nett von dir wenn du das Thema anbau auf Holz auch weiter Dokumentierst weil das kam recht kurz da hier und es sicher auch noch andere Interessiert.
Gruß Matthias
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Aw: Fremdbefall auf Stämmen 03 Dez 2013 12:04 #1911

  • Hasenbovist
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Hallo Matthias!

Danke für die schnelle Antwort! :)


Zur Verpackung:

Naja, hier scheiden sich, denk ich, die Geister. Ich hab beides ausprobiert, hatte anfänglich Probleme mit lockeren Müllsäcken und Staunässe und bin dann auf Stretchfolie umgestiegen. Sauerstoff dürfte kein Problem sein, da die Schnittkanten nur versiegelt sind und die Folie gelocht. Die Kontis bei Staunässe sind imho eher bakterieller Natur, eventuell Myxos.
Die letzten 2 Jahre hats so jedenfalls prima hingehauen ohne jegliche Probleme!


Bzgl Link: Ja, die Pilzwerkstatt kenn ich. Kann mich noch erinnern, wie das ganze im Projekt-Stadium war. Super, dass es für sie aufgegangen ist. Leider hält man sich auf ihrer Seite etwas bedeckt was die genauen Methoden betrifft.


Natürlich, berichte ich gerne hier weiter. Auch über diesen konkreten Konti-Fall.

Lehrgeld zahlt man halt! Gerade in der Pilzzucht! ;)


Beste Grüße! :)
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 12:05 von Hasenbovist.
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Aw: Fremdbefall auf Stämmen 03 Dez 2013 16:23 #1918

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Hallo Christian! Ein herzliches Willkommen auch von mir!
Was für eine Art Brut hast Du eigentlich verarbeitet?
Unabhängig davon erscheinen mir Deine Stämme auch zu abgeschnitten
von frischer Luft.Wenn Du Dübel verarbeitest.... Verschließt Du die Löcher?
Bei Verwendung von Körnerbrut eine wichtige Sache,wie Du bestimmt weißt.

Bitte weiter berichten! Bin auch am Thema dran!
Gruß Ulli
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Aw: Fremdbefall auf Stämmen 03 Dez 2013 17:16 #1919

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Mittlerweile ist es eine Mischung aus allen mir bekannten Impfarten.
Schnittipfung, Dübelimpfung, Keilimpfung, Bohrlochimpfung!

Was wird von den Kommerziellen vorgeschlagen: 15 Dübel auf den Meter für den Shii?

Ich hau da 30 bis 80 rein. Die Packung 8er Dübel kostet 3€/150 stk. das isses mir wert!

Zur Qualität: Die Brut riecht hervorragend, die Dübel sind noch nicht morsch aber gut durchwachsen.


Die restliche Brut (Stockies, Nemeko, Enoki) für dicke Stämme bezog ich direkt von einem der 3 großen. Damit wurden erst mal wieder Dübel und Sägemehl angesetzt.
Alles andere verwendete ich für die Schnittimpfung.

Nun ist die selbst angesetzte Brut durch. Den kontaminierten Stämmen wurde jetzt noch eine Ladung verpasst, dass ihnen hören und sehen vergeht: 1800 Dübel und die angesetzte Sägespähnbrut um es genau zu sagen.


Auf euren Rat hin werde ich sie aber jetzt mal aus der Folie nehmen und die gedübelten Stellen mal mit Wachs verschließen.


Der Auster, auf die ich heuer fast verzichtet hab, ist dieses "enge Korsett" garantiert recht. Die Stämme kommen aus der Miete wie ein Sirius aus der Verpackung. .... und duften auch so! :D


Gruß
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 17:22 von Hasenbovist.
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Aw: Fremdbefall auf Stämmen 03 Dez 2013 17:58 #1920

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Hallo Christian ,

schon dass Du den Weg zu uns gefunden hast – Herzlich Willkommen :cheer: !


Bin jetzt zwar nicht „Der“ Anbauspezialist für Stammhölzer , aber einige Festmeter hab ich in früheren Jahren doch beimpft !

Das Problem sehe ich ähnlich wie Matthias , die über die Stämme gewickelte Folie schafft direkt im Rindenbereich ein perfektes Mikroklima , leider auch für unerwünschte Kontis ! :huh:

Wäre übrigens interessant zu sehen was sich aus den Primordien entwickelt , diese langen Mycelstränge erinnern mich ein wenig an Hallimasch ?

Anfangs hatte ich auch ein Schimmelproblem als die Stämme in Folie locker eingewickelt waren…deshalb bin ich später dazu übergegangen die Stämme einfach im Freien an einem schattigen Platz zu lagern , direkt auf der Erde liegend u. locker mit einer Plane abgedeckt hat das gut funktioniert , in den heißen Sommermonaten zusätzlich mit der Gießkanne befeuchtet !

Oft wird auch die Anlage einer richtigen Pilzmiete empfohlen…war mir aber zu arbeitsintensiv…

…es funktioniert auch mit Kunststoffregentonnen + Deckel , eignen sich besonders gut um kurze Stammabschnitte zu beimpfen , Boden mit Brut bestreuen , erste Lage Stämme darauf , Schnittflächen mit Brut bestreuen , darauf wieder die nächste Lage usw.

In der Bibliothek auf Seite 3 ganz oben findest Du drei Bücher aus dem amerikanischen die sich ausführlich mit der Shii take Zucht auf Stämmen beschäftigen , dann gibt es noch ein gutes Buch , zwar schon älter aber als Reprint im Handel zu finden , Walter Luthardt – Holzbewohnende Pilze , hier geht es nur um die Kultivierung von Stockschwämmchen u. Austernseitlingen auf Stammhölzern !

LG
Walter
We must be mushrooms , for they keep us in the dark and feed us dung :-) !
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 22:21 von pilz-kultur.
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